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Segelyacht Tongji
© Rainer Ocker

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Saone (Frankreich)

Die Saone hatte im Juni, als wir zu Berg fuhren, nur 0,5 km/h Strömung.
Es soll der schönste Fluss Frankreichs sein. Auf jeden Fall war die Saone auffallend beliebt. Vor allem im nördlichen Teil waren viele Mietboote unterwegs. Einige Charterer sind ohne Führerschein und ohne Fahrpraxis unterwegs. Die größten Probleme gab es dann auch in den 24 Schleusen der Saone. Hier hieß es weniger auf’s eigene Boot zu achten, sondern das die Mietboote nicht zu Nahe kamen. Bei den meisten ist eine Karambolage, Bordwand an Bordwand oder Bug an Heck, etwas völlig normales. Nur wehe wenn jemand unseren gelegten überstehenden Mast anstößt. Die Halterungen sind nicht dafür ausgelegt ein mehrere Tonnen Boot aufzuhalten.
Landschaftlich ist es an der Saone tatsächlich sehr schön. Teils auch stark besiedelt, dann aber kilometerweit nur Grün, Stille und der Fluss. Immer mal wieder ein paar Angler mit ihren Zelten am Ufer und Natur pur. Auch die Saone ist wie die
Rhone ausreichend betonnt.
Flussaufwärts bis Saint-Jean-de-Losne ist die Saone breit und für die Berufsschifffahrt ausgebaut. Die 5 größeren Schleusen auf diesem Abschnitt sind problemlos.
Ab Saint-Jean-de-Losne, wo eine Charterbasis ist und der Großschifffahrtsweg zu Ende ist, bleibt die Saone rund 3 m tief (vereinzelt 2,50 m). Die Schleusenkanäle sind oft um 2 m tief. Die Schleusen sind selbst zu bedienen (Auslösung per Drehstange am Seil über dem Wasser vor der Schleuse) und deutlich kleiner (Freycinet-Norm: 38,5 m x 5,2 m). In diese drängten dann oft drei 12-13 m Boote. Sollte kein Platz für’s letzte Boot sein wurde halt Gas gegeben und die davorliegenden Boote zusammen geschoben!? Unsere Tongji hat zwar nur 10 m aber der an Bug und Heck überstehende gelegte Mast brauchte Platz!
Beim Raufschleusen überrascht uns gleich die 1. kleinere Schleuse. Da noch zwei weitere Mietboote hinter uns kommen, fahren wir ganz nach vorn in die Schleuse. Dort sind beim Reinfahren aus der Ferne zwar Vertiefungen in der Schleusenwand zu sehen aber aus der Nähe keinerlei Stangen oder Poller! Es gibt an der Schleusenwand nichts zum Festmachen! Es existiert nur eine Leiter in der Schleusenmitte, nur an dieser sind wir vorbei, da nach uns noch zwei Boote folgten. Bei rund 2 m Hub und noch einmal 1,5 m Schleusenwand über der Hubhöhe ist von unten an die Poller oben auf der Schleusenmauer schlecht ranzukommen. Selbst per Bootshaken legt sich die Leine sehr schwer rüber, da die Poller auch noch ca 0,5 m zurück gesetzt angebracht sind. (Nachteil Segelboot - kein hoher Aufbau, welchen die Motorboote nutzten). Beim Runterschleusen mag dies alles kein Problem sein, aber hoch? In folgenden hohen Schleusen legen wir jetzt erst mal bei der Leiter an. Kommt ein weiteres Boot muss es halt warten bis einer von uns raufgeklettert ist, die Leinen übernommen hat und wir weiter vor gerückt sind. Nur kommt dann derjenige von oben nicht gleich auf’s Boot zurück, was bei den Strudeln vorn in der Schleuse auch nicht schön ist (es strudelt weit stärker als in deutschen Automatikschleusen). So ein wohlgeformtes Segelboot liegt ja nicht flach wie ein Motorboot an der Schleusenwand, sondern will in den Strudeln ganz vorn in der Schleuse von der Schleusenwand abgehalten werden, welches mittels Leine von oberhalb der Schleuse schlechter geht. Zum Glück sind dort mal wieder unsere Riesenfender. Bei folgenden Schleusen erzeugte das Anlegen in der Schleusenmitte an der Leiter mehrfach Hubkonzerte hinter uns, welche wir in aller Ruhe ignorierten und nach dem Hochklettern dann aufrückten. Was baut man derartige Schleusen? Sicher wurden die Schleusen nicht für Sportboote gebaut, doch inzwischen sind fast ausschließlich Sportboote unterwegs, bezahlen ihre Maut und es ist sicher ein wenig viel verlangt ein paar Poller oder Stangen in der Schleusenwand zu befestigen. Einige weitere Schleusen hatten dann wenigstens 2 Poller in der Mitte. Diese nutzen dem ersten Boot in der Schleuse aber auch wenig. Nun ja irgendwann Schleusen wir wieder abwärts und dann geht’s leichter mit den zu hohen Pollern.

Saone
Tongji auf der Saone in Frankreich

Trevoux
Trevoux

Macon
in Macon

Saint-Jean-de-Losne
in Saint-Jean-de-Losne

Selbstbedienungsschleuse mit Drehstange
Selbstbedienungsschleuse mit Drehstange vor der Schleuse

Insgesamt legten wir auf der Saone 365km zurück und passierten 24 Schleusen. Vor den meisten Schleusen sind keine geeigneten Möglichkeiten zum Festmachen eines Sportbootes.

Schleuse Saone
In einer Schleuse der Saone. In den Nischen sind meist keine Stangen oder Poller! Poller sind nur oben auf den Schleusenwänden und dies noch etwas zurückgesetzt. Beim Schleusen zu Berg wird es vom flachen Segelboot recht schwierig die Leinen über die Poller zu bekommen.

Saone - kurz vor Gray
Saone - kurz vor Gray

Tunnel Saint-Albin
Tunnel von Saint-Albin (6,55 m breit und 681 m lang).
Der zweite Tunnel von Savoyeux ist 6,50 m breit und 643 m lang. Ein Mietboot hinter uns spielte Autoscouter. Es prallte stets von der linken zur rechten Tunnelwand und zurück. Auffällig war das die meisten unachtsamen Mietbootkapitäne deutsch sprachen!?

weiter auf der Route:  Canal des Vosges

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