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Segelyacht Tongji © Rainer Ocker
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Segeln nach Sardinien |
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In der Türkei trafen wir einen mehrfachen Weltumsegler, welcher seit 30 Jahren auf dem Boot lebt und unterwegs ist. Beim Gespräch über unsere weitere Tour und das es nach Italien gehe, sagte er eigentlich überall in der Welt klar gekommen zu sein nur mit der italienischen Mentalität nie zurecht kam. Diese Worte kamen mir jetzt immer wieder in den Sinn. Auch in unserem “Küstenhandbuch Italien” steht in der Einleitung: “Die meisten Leute haben ein zwiespältiges Verhältnis zu Italien”, gefolgt von einer Geschichte das der Autor von Liegeplatz zu Liegeplatz vertrieben wurde. Ferner schreibt er “Die Mentalität des doppelgesichtigen Janus ...” und “Sie schreien Zeter und Mordio, drehen sich um und murmeln mit sanfter Stimme eine Entschuldigung”.
Ab Formia und dem Abstecher nach Rom hatte ich dann auch genug von den Italienern und wollte trotz des mehr als positiven letzteren Eindrucks in Formia weg von der italienischen Küste. Auf dem italienischen Sardinien hatten wir uns einen Ankerplatz an der Costa Smeralda auf der Seekarte ausgesucht. Dort sollte es kein Liegeplatzproblem geben und wir wollen doch mal sehen ob die Sarden auch so sind wie die Italiener. Laut Wetterbericht sollten es 10-15kn NNW-Wind sein. Bis zum Capo Circeo ging es noch an der italienischen Küste entlang und wir hatten gelegentliche eher zu wenig Landwind mit wenig Fallwinden. Auf See dann leichter Seewind gegen uns. Es war mal wieder eine knappe Stunde Motor fällig. Danach ging es bei etwas mehr Wind mit WSW-lichem Kurs in Richtung Sardinien. Plötzlich ein mächtiges Gerummel unterm Boot. Aufgeschreckt entdeckten wir einen 5m Baum / Ast mit knapp 20 cm Durchmesser im Kielwasser. Diesen hatten wir wohl voll getroffen und dies sind Momente wo man sich schon Gedanken über die Sicherheit macht. Gegen Abend war dann der Seewind weg und der NNW-Wind laut Wetterbericht setzte sich durch. Hart an den Wind und bald stimmte der Kurs in den Norden von Sardinien wieder. Je weiter wir uns vom Festland entfernten um so mehr spürten wir die Wellen. Für die 10-15kn Wind, welche wir jetzt hatten, war es deutlich zu viel Welle, doch diese stand noch vom Vortag, wo es mit 25 kn wehte. Einen Tag später nach Sardinien aufzubrechen ging nicht, da dann lt. Wetterbericht kaum noch Wind für die zweite Törnhälfte sein sollte. Wie sonst auch wurde es gegen Abend dunkler und in der Nacht sah man die langen Wellen eher schlechter. Die weißen Schaumkronen vom aktuellen Wind sah man ebenfalls in der Nacht recht schlecht und so segelten wir ein wenig ruhiger ;-). Abwechselnd wurden wir in den Schlaf geschaukelt. In der ersten Nachthälfte leuchtete noch der Mond. Als dieser unterging war es ein phantastischer Sternenhimmel. Viel klarer als an Land und selbst in der Ferne sahen wir keine Lichtkegel der Städte. Das Meeresleuchten sahen wir nicht nur im Kielwasser. Ein immer wieder schöner und geheimnisvoller Anblick. Am kommenden Tag dann schon etwas weniger Wind, aber er hielt noch und wir konnten weiter hart am Wind segeln. Vor Porto Cervo, im Norden von Sardinien, segelten wir dann nur noch mit 4 kn, aber es reichte bis in die Bucht. Nach 190 Seemeilen kamen wir im Norden der Costa Smeralda am Ankerplatz an. Immerhin hatten wir über 190 sm eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,5 kn (9,6 m Boot) und nur eine Motorstunde. Anker runter und es wurde richtig ausgeschlafen. Die Erkundungstour hatte Zeit.
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 Gaeta im ersten Sonnenlicht
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 Der letzte Landblick am Capo Circeo - es ging weiter rüber nach Sardinien.
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 auf Sardinien abgekommen - Einfahrt in die Bucht von Porto Cervo
Bilder von Porto Cervo / Porto Vecchio folgen
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weiter auf der Route: Costa Smeralda, Porto Cervo
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