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Segelyacht Tongji
© Rainer Ocker

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Segeln nach Formia (Italien)

In Nisida, in der Nähe von Neapel, holten wir nach ein paar Tagen den Anker hoch. Das Vorsegel reichte bei raumem Wind und wir segelten mit 5 kn aus dem Golf von Pozzuoli.
Zwischen Festland und der Insel Procida, am Kap Miseno, war plötzlich Windstille. Nun durfte doch der Diesel ran.
Kaum durch die Passage und schon war der Wind wieder da. Bei ablandigem Wind ging es mit Groß und Genua mit 6-6,5 kn am italienischen Stiefel nach NW.
Acht Seemeilen vor dem Ziel machte dann der Landwind schlapp. Er drehte auf achterlichen Wind. Immerhin reichte er für 3,5 bis 4 kn bis zum Hafen von Formia. Dort begann dann wieder dieses Problem mit dem Liegeplatz. An der östlichen Mole, kein vernünftiger Platz. In der NW-Ecke viele freie Plätze an Schwimmstegen. Dort erst mal angelegt, stand auch schon ein Jemand neben uns um uns zu verscheuchen. Per Funk mit dem Hafenmeister, kein Liegeplatz für uns! Etwas später, weil wir wohl angesichts der vielen freien Plätze keine anstalten machten abzulegen, kam der Liegeplatzchef und erklärte uns nochmals das die gut 30 freien Plätze von Seglern seien, die alle noch heute wieder zurück in den Hafen kommen. Nur das wir vor der Küste von Formia lediglich ein einziges Segelboot sahen! Wir sollen an die Ostmole. Dort sei Platz für uns. Nur diesen Platz hatten wir vorher schon gesehen. Die eigentliche Mole mit Mooringleinen ist voll belegt. In der 45 Grad Ecke, direkt neben einem Fähranleger war noch ein Plätzchen ohne Mooring. Dort durfte man wohl schräg über die Mooringleinen der anderen Segler seinen eigenen Anker, unter dem Liegeplatz der Fähre, versenken. Wahrscheinlich im guten nicht wieder hoch zu bekommen. Kommt ein weiterer Mutiger legt dieser garantiert den Anker über unseren. Seitlich Anlegen war schon gar nicht möglich, da die großen Abweiser der Fähre störten. Tja Anlegen eventuell machbar aber gemeinsam das Boot verlassen oder gar in die Stadt gehen wohl eher unmöglich.
Wütend über die nunmehr mehrfach erlebte Unfreundlichkeit, fehlende Hilfsbereitschaft und Ausverschämtheit (
Hafenpreise) der Italiener verließen wir den Hafen. Entweder sie ignorieren einen wie mehrfach in Neapel erlebt oder winken mit Häfen zu horrenden Preisen, wie Capri, Amalfi, Neapel, ... . Ich schaute schon mal auf die Wetterkarte und die Seekarte. Der Gedanke kam schon wie ich hier schnellstmöglich aus diesem Land komme. Marina meinte ganz gelassen, lass uns zum Hafen Coposele, gleich nebenan schauen. Der ist zwar sehr klein und flach aber dort ist ein kleiner Seglerverein. Im “Küstenhandbuch Italien“ steht zwar das in diesem Hafen kaum ein Platz zu bekommen sei, aber schauen wir mal. Vor dem Hafen nicht weiter markierte Felsen welche gerade so aus dem Wasser ragen. Äußerst skeptisch und langsam dampften wir in den Hafen. Ein Segler deutete, bloß nicht weiter denn 0,5 Wassertiefe! Ein weiterer Segler schaute in die Runde und suchte einen Platz. Sonst sahen immer alle weg? Jetzt sagte er wir mögen warten und griff zum Handy. Nach wenigen Minuten erschien der Hafen-/Vereinschef und fragte nach unserem Tiefgang. Wir sollten in das vorher mit 0,5 beschriebene Areal vorsichtig bis wenige Meter vor den Kai. Dort werde es dann tatsächlich auch für uns mit 1,20m Tiefgang zu flach. Er schaffte sich am Steg und tatsächlich dort war eine Lücke bzw. sie wurde geschaffen. Wir drehten Tongji vorsichtig auf der Stelle und dampften in die Lücke. Der Hafenmeister sagte noch das wir maximal 3 Tage bleiben könnten, denn dann sei hier eine kleine Opti-Regatta und man bräuchte jeden Platz. Das langte natürlich. Beim Anmelden dann die Überraschung. Der Platz war völlig kostenlos. Duschen, Wasser, Strom ebenfalls kostenlos. Wir verstanden Italien nicht mehr!
In die Stadt Formia sind wir vom Hafen Coposele etwa einen Kilometer gelaufen. Formia ist erstaunlich groß und alles ist recht ordentlich, ohne jedoch wirklich Sehenswertes.
Am Bahnhof sahen wir die direkte Zugverbindung nach Rom. Im Abstand von rund 15 Minuten fuhren die Züge am frühen Morgen. Die Fahrkarte 7,40 € und 1h und 20 min Fahrzeit bis Rom Termini. Dies ist der Hauptbahnhof im Zentrum von Rom und von dort fahren Busse und U-Bahn.
Da konnten wir nicht widerstehen, kauften Tickets für den kommenden frühen Morgen und ab ging es nach Rom. Die Stadt hat keinen vernünftigen Hafen und vieles was in der Nähe liegt hat Preise von meist 50-100 €.

Capo Miseno
Capo Miseno

Insel Procida
Insel Procida

Strömung
Verschiedene Strömungen entlang der Küste. (keine Wolke am Himmel)
Vorher meldete das GPS 6,2 und im schönen blauen Wasser nur noch 5,0 Knoten.

Segeln - Formia
Wir erreichen Formia

Formia
Formia

Formia
Formia

weiter auf der Route nach: Rom

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