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Segeln Schwarzes Meer bis Constanta (Konstanza, Constantza)

Bei 20 Knoten Nordwind (lt. Wetterbericht - ich denke es war mehr) ging es dann von Sulina, durch den Seekanal in Richtung Schwarzes Meer. Der Wind pfiff nur so und uns wäre für den ersten Seetag weniger Wind lieber gewesen. Die Alternative war aber, kein Wind am kommenden Tag und dann 3 Tage Südwind (Gegenwind). Noch weitere Tage in Sulina war auch nicht unser Wunsch, dann doch lieber nach Constanta und ab Mittag sollte der Wind ja nachlassen. Nur ein Teil der Fock war ausgerollt und wir machten 8 Knoten (inkl. Restströmung der Donau). Nach Verlassen des uns noch schützenden Seekanals trauten wir der Karte und den angegebenen Tiefen nicht. Lieber noch ein wenig weiter im betonnten Fahrwasser hinaus. Wer weiß schon wie viel Sand die Donau schon wieder neben dem Fahrwasser angeschwemmt hat. Dies war jedoch nicht einfach. Die Wellen von knapp 4 Metern erwischten uns immer wieder von Backbord. Sicher Aufgrund der auslaufenden Donauströmung gegen den Wind und des relativ flachen Wassers neben der Fahrrinne waren diese auch noch sehr steil. Unsere Tongji dachte schon kentern zu müssen. Ich saß in der Plicht an der Pinne, zu beiden Seiten mit Gurten gesichert und versuchte die Wellen schräg zu nehmen. Dies ging einige Male recht gut, nur die betonnte Fahrrinne war nicht sehr breit. Also hieß es nach der Welle sofort wieder zum Fahrwasser und dann in die nächste Welle steuern. Einige Wellen stiegen in die Plicht ein, wir waren noch gar nicht recht auf dem Schwarzen Meer, aber bereits kpl. nass. Nach ein paar gefühlten Kenterversuchen erreichten wir endlich offenes Wasser (Wir würden die Ausfahrt aus dem Seekanal ins Schwarze Meer bei über 20 Knoten Nordwind nicht noch einmal machen!). Die Wellen wurden zwar noch ein wenig höher, wir konnten nun aber nach Süden vor ihnen ‘fliehen’. Da mit Wind und Welle von Achtern das stabilisierende Element Wind nicht seine Funktion entfaltet, schaukelten wir heftigst, aber kamen auch gut vorwärts. Wenigstens eingestiegen ist keine Welle mehr und wir blieben trocken. Das ins Schwarze Meer strömende Donauwasser färbte das Meerwasser. Später änderte sich die Farbe und auch die Wellen wurden kleiner. Im Laufe des Vormittags ließ der Wind, wie vorhergesagt dann ein wenig nach. Die Wellenhöhe wurde abermals geringer. Ab Mittag hatten wir das Problem mit recht wenig Wind. Wir konnten unsere Durchschnittsgeschwindigkeit, um noch bei Tageslicht in Constanta Port Tomis einzulaufen nicht halten.
Wie steht in einem Reiseführer doch: ‘Das Schwarze Meer, mit seinen raschen Wetteränderungen ist kein einfaches und ruhiges Segelrevier. Man sieht dort nicht viele Segler.’ Nun wir hatten am Morgen noch reichlich Wind und nun fast zu wenig!
Das Schwarze Meer hatte eine Wassertemperatur von 27,2 Grad. Wir sahen immer wieder Gruppen von Delphinen. Mehrfach waren sie ganz dicht am Boot. Mit dem Bauch legte ich mich auf den Bug und konnte sie fast streicheln. Die Delphine schätzten wir auf Gruppen von bis zu 30 Tieren um uns.
Wir dümpelten so langsam dahin, bis der Wind am Nachmittag fast ganz ausblieb. Toll, da waren wir auf der Donau wohl nicht lange genug mit dem Diesel unterwegs. Der Stinker musste schon wieder ran. Wir stellten uns auch schon mal auf eine Ankunft im Dunkeln ein. Ein laut Seekarte unbefeuerter rumänischer Sportboothafen! Vor diesem liegt laut Seekarte eine Untiefentonne. Na toll, aber wir hatten halt schon zu viel Zeit mit dem Segeln bei schwächerem Wind vertrödelt als das wir es hätten bei Tageslicht noch schaffen können.
Spät am Abend, es ist längst dunkel, sehen wir die Lichter von Constanta. Vor dem großen Hafen der Berufsschifffahrt liegt der Sportboothafen Port Tomis. Der Hafen ist schnell ausgemacht. Auf der Mole steht ein grünes Licht. Unter Radar sehen wir die Einfahrt, nur wo ist die Untiefentonne. Wir können sie nirgends finden, laufen schließlich in den Hafen ein und werden plötzlich von auf uns gerichteten Scheinwerfer geblendet. Stimmen mit unserem Schiffsnamen Tongji und die Scheinwerfer gehen aus. Nach ein wenig rumgeirre im Hafen machen wir an einem Schwimmsteg fest, gehen zum Hafenkapitän und der Polizei und sind glücklich in Constanta angekommen.
Constanta selbst gefällt uns eher weniger. Von einer so geschichtsträchtigen Stadt hatten wir uns mehr versprochen. Der zentrale Ovid Platz liegt gleich oberhalb des Hafens und ist schnell erreicht. Bis zum Bahnhof sind es Kilometer und man fährt besser per Taxi. Auch sonst läuft und läuft man ohne ein wirkliches Zentrum zu finden.
Ausflüge machen wir von Constanta mit dem Bus nach Mamaia und nun endlich nach Bukarest mit der Bahn (Karten haben wir bereits). So kann uns der Südwind mal gerne haben.

Von den Anfangs großen Wellen auf dem Schwarzen Meer gibt es keine Bilder. Wir hatten mit uns selbst zu tun und keine Zeit für Fotos. Die Knipse hätte dies auch nicht überstanden ;-)

Segeln Tongji / Delphine
Delphine im Schwarzen Meer begleiteten uns beim Segeln
Bohrinsel
Mehrere Bohrinseln auf dem Schwarzen Meer passierten wir.
Constanta - Port Tomis
Port Tomis - der Sportboothafen von Constanta
Ovid Platz
Ovid-Denkmal vor dem Geschichts- und Archäologie-Museum in Constanta
Constanta
Recht wenig erinnert an die römische und griechische Geschichte von Constanta.
- im 7. Jahrhundert v. Chr. von Griechen als Tomoi gegründet
- später römische Stadt Tomi
- der römischen Kaiser Konstantin benannte die Stadt zu Ehren seiner Schwester in Constantiana um
Ausgrabungen - Stadt Tomi
Ausgrabungen der alten Stadt Tomi
Constanta
Constanta
Constanta
Museum in Constanta
Casino - Constanta
Das Casino in Constanta ist aus der Nähe betrachtet dringend renovierungsbedürftig.
St. Peter und Paul - Constanta
St. Peter und Paul Kirche in Constanta
Constanta
Constanta - in den Gassen auch immer wieder baufällige Häuser und Gerüste an Häusern an denen es wohl nur sehr schleppend vorwärts geht. Selbst Abbruchbagger sahen wir meterhoch im Unkraut und Gestrüpp eingewachsen.

Aufgrund von bereits mehreren Mails, die Preise in Rumänien:
Hafengebühren werden gerne mit 30,-€ vorgeschlagen. Nach Diskussion kostet es dann oft 10,-€. Oft lagen wir auch kostenlos. Gaststätten sind preiswert (Imbisspreise / aber oft auch nicht gut).
Preise für Lebensmittel und Diesel haben fast das Niveau von Deutschland. Das bei einem durchschnittlichen Einkommen von 200 - 250 Euro für einfache Facharbeiter (gesetzlicher Mindestlohn 140,-€ für Vollzeit!)
Deshalb gibt es zumindest an der Donau in Rumänien: selbst geangelten Fisch mit billigem Weißbrot, Selbsgebrannten und fürs Angelboot nicht versteuerten Diesel.

mit dem Bus nach Mamaia
mit der Bahn nach Bukarest

weiter auf dem Schwarzen Meer nach - Mangalia