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Donau bis Kladovo (Serbien) und rüber nach Drobeta Turnu Severin (Rumänien)

Nach dem Eisernen Tor kamen wir zur gewaltigen Staustufe und Schleusenanlage Portile de Fier 1 (rumänische Seite) bzw. Djerdap 1 (serbische Seite). Beide Schleusen haben Kammern von 310 x 34 Meter und haben in zwei nacheinander folgenden Kammern insgesamt 30 Meter Hub. Wir meldeten uns bei der Schleuse an und uns wurde gesagt wir mögen Gas geben, denn noch sei die Schleuse offen und 2 Berufsschiffe warteten bereits. So was hätten wir nie gedacht, das man hier Berufsschiffe auf ein Sportboot warten läßt!? In der Schleuse mit den beiden Kammern dauerte es dann eine Stunde.
Wenige Kilometer weiter kamen wir nach Kladovo (Serbien) und legten in der Strömung am Ponton vor dem Polizeigebäude zum ausklarieren an. Genauer gesagt lag dort bereits ein Frachtschiff und wir legten in zweiter Reihe an. Kaum angelegt kam auch schon ein Mann vom Ponton und wollte erst mal gleich 10,- Euro für’s anlegen. Ich erklärte ihm das wir hier nicht bleiben und ich nur zur Polizei wolle. Half alles nicht er erklärte weiter das Wasseranschluss inklusive sei und wollte 10,- Euro. Ich erst mal zur 200 Meter entfernten Polizeistation. Dort 2 Minuten meine Papiere vorgelegt und nach den 10,- gefragt. Ja, dies sei nicht ihr Problem, der Ponton gehöre nicht der Polizei und wenn der Mann 10,- für das anlegen nimmt ist dies unsere und seine Sache. Ich fragte wo man sonst hier anlegen und ausklarieren solle. Nun ich sei hier schon richtig. Also gut 10,- Anlegegebühr fürs Ausklarieren. Dies kannten wir ja auch schon vom Einklarieren in Bezdan. Letztlich sollte ich am Schiff auf den Zoll warten. Ich wartete eine halbe Stunde, dann kam der gute Mann von der Polizei, trank erst mal einen Schnaps mit dem Pontonwärter (mir bot er auch einen an) und telefonierte wo der Zoll denn bleibe. Dieser kam dann auch und jetzt wurde in versammelter Runde ein Schnaps getrunken. Ein paar Formulare und Stempel, keiner wollte das Boot sehen, welches vom Ponton nicht sichtbar hinter dem Berufsschiff in zweiter Reihe lag und man wünschte uns eine gute Fahrt. Nach dem Einklarieren in Serbien war das Ausklarieren ganz einfach. Zum Glück dachten wir haben wir die Formalitäten im Nicht-EU-Land Serbien hinter uns, denn in den EU-Ländern Rumänien und Bulgarien soll’s ja wieder einfacher werden.
Dachten dies noch und fuhren rüber nach Drobeta Turnu Severin ans rumänische Ufer der Donau zum Einklarieren. Hier rätselten wir welchen Anleger wir nehmen sollten, denn wir wollten die Nacht hier bleiben und in die Stadt. Da nirgends was dranstand nahmen wir den ersten vor dem vermeintlichen Polizeigebäude. Dort wieder in der Strömung angelegt. Der Anleger war recht hoch, aber es klappte gut. Vom Anleger, beim ersten Gang an Land zum Hafenkapitän lief mir eine Polizeibeamtin über den Weg. Diese nach dem Weg gefragt, nahm mich erst mal mit zu ihrem Polizeichef. Dieser sah Fernsehen und fühlte sich irgendwie gestört. Kein englisches Wort, kein deutsches Wort und ich ahnte schon Probleme auf mich zukommen. Seine Kollegin brachte mich dann erst mal zum Hafenkapitän und meinte ich solle schnell wieder zur Polizeistation kommen.
Was hier schnell bedeutet erlebte ich dann beim Hafenkapitän. Dieser schaute auch gerade Fernsehen und füllte in aller Ruhe ein Formular nach dem anderen aus. Beim fünften Formular angekommen war’s dann gut. Leider hatte ich versehentlich nur 2 Crewlisten dabei. Es schien ihm auch nicht so wichtig und er lehnte es ab das ich noch eine vom Boot hole. Als ich dann aber auch meinen Bootsstempel nicht dabei hatte, durfte ich doch zum Boot und diesen holen. Dieser musste unter sämtliche Formulare und schien sehr wichtig zu sein.
Ich fragte noch ob der erste Anleger auch für die Nacht in Ordnung sei, er bestätigte dies und ich verabschiedete mich in Richtung Polizeistation. Bei der guten Polizeibeamtin wieder angekommen, welche kaum ein englisches Wort verstand, wartete diese mit gar sieben Formularen. Alle Minute störte sie ihren Chef mit Nachfragen beim Fernsehen und letztlich kam dieser doch selbst. Er sprach bei der Begrüßung weder ein deutsches noch ein englisches Wort und ich stellte mich erneut auf Probleme beim Formulare ausfüllen ein. (Deutsch hatte ich nicht erwartet - aber fast alle unterwegs meinten das Deutsch die Donausprache sei).
Als dann der Pass meiner Frau Marina dran war, meinte er sie sei nicht aus Deutschland. Der Name Marina sei aus Rumänien. Nein sagte ich sie sei natürlich aus Deutschland und auch dort geboren. Er sah sich das Foto an und beharrte drauf das sie aus Rumänien sei. Ich verneinte abermals und gab ihm recht das wohl Babuschka, das englische grandma viel mit gerade nicht ein, aus südlichen Ländern kam. Helle Freude bei ihm und nach ein paar weiteren eher persönlichen Worten war er der bisher netteste Beamte auf der Reise. Er sprach plötzlich richtig gut englisch, übersetzte gar für den späteren Zoll. Letztlich gingen wir zum Boot und er begrüßte Marina mit den deutschen Worten ‘Guten Tag’.
Eines war dann doch noch. Der Polizeibeamte entdeckte zwischen meinen Unterlagen den Donau-Fahrterlaubnisschein mit einem deutschen Stempel vom Wasser- und Schifffahrtsamt drunter. Dieser war ihm sehr wichtig. Da alles in deutsch draufstand durfte ich ihm diesen teils übersetzen. Ich ärgerte mich schon das ich den Donau-Fahrterlaubnisschein überhaupt bei den Unterlagen hatte, da knallte der Polizeibeamte auch schon seinen Stempel neben den deutschen Stempel auf den Schein und steckte sich das Papier ein. Ich meinte das dies das Original für alle Länder an der Donau sei. Dies passte ihm gar nicht, den wollte er unbedingt behalten, schickte aber dann doch seine Sekretärin zum kopieren.
Nach nunmehr 12 ausgefüllten Formularen und etlichen Listen und Kopien von uns ging es zum Zoll. Dieser wollte nur noch 3 Formulare ausgefüllt haben, aber eine Proviantliste von uns. Diese gibt es nicht sagte ich und wir hätten nur etwas Essen und Trinken dabei. Dies schien ihm statt der Liste zu genügen. Schnell noch die Stempel und auch unseren Bootsstempel unter das vorläufig letzte 15. Formular und wir waren einklariert.
Besonders der Polizeibeamte sprach immer wieder davon wie schwierig es mit den serbischen Grenzern sei und wir jetzt in seinem Rumänien, welches EU-Land ist, sind. Ich verschwieg ihm was ich wirklich dachte, denn in seinem EU-Land war es aufwendiger einzuklarieren als in Serbien. Alles in allem dauerte es knapp 2 Stunden. Alle waren zwar nett, aber eben der Aufwand. Ich denke auch, das nur wenige Sportboote bereits in Drobeta Turnu Severin in Rumänien einklarieren.
Der Ort Drobeta Turnu Severin ist ganz hübsch. Ein riesiger Park, große breite Straßen am Markt, ein großer überdimensionierter Springbrunnen mit vielen unterschiedlichen und sich drehenden Wasserfontänen erinnerten mich plötzlich an Moskau, wo ich als Jugendlicher war.
Spät am Abend holen wir uns noch die rumänische Währung Leu und stellen fest das wir noch in der Kaufhalle einkaufen können. Natürlich kommt alles auf die noch anzulegende Proviantliste ;-).
Am kommenden Vormittag gehen wir noch einmal in die Stadt und entdecken die Markthalle. Hier decken wir uns mit reichlich Obst und Gemüse ein, bis hin zum Bund frischer Petersilie. Ob wir das alles schaffen? Egal das kaufen auf dem Markt bei Großmutter / beim Bauern machte Spaß. Ein Bauer zapfte frische Milch ab. Die wollten wir auch, nur wir hatten natürlich kein Gefäß dabei. Auch dafür fand sich eine Lösung. Eine 2 Liter Mineralwasserflasche welche zum Glück der Nachbarstand hatte. Zum Glück hatte dieser keine 5 Liter Flaschen! 2 Liter frische Milch waren mehr als genug. Die Frage war nur ob unser Magen dies nicht als schon zu viel ansehen möge?
Vor unserer Abfahrt gegen Mittag wurden wir zu zwei neuen Gesichtern geschickt. Dort wurde die Hafengebühr berechnet. Die nächsten Formulare wurden ausgefüllt. Noch mal je ein Formular und noch einmal 2 Quittungen. Hier wurden 5,- Euro Administrationsgebühr? und 8,- Euro Pontongebühr berechnet. Erst wollten sie dies jeweils für den Ankunftstag und den Abfahrtstag. Auf Protest das wir doch nichtmal 20 Stunden hier waren, erklärten sie uns das die Gebühr für jeden angefangenen Kalendertag fällig wird. Das war mir dann doch ein wenig unverständlich und ab zur Polizei. Dort vorstellig geworden, war es plötzlich nicht mehr das Problem die Gebühr auch nur einmal zu nehmen. Immerhin sollten 13,- Euro inkl. 2 Formularen und 2 Quittungen, jeweils mit Stempel auch genug sein.

Schleuse Eisernes Tor
Schleuse Eisernes Tor / Portile de Fier 1 - hinten die zweite Schleusenstufe
Theater - Drobeta Turnu Severin
Theater in Drobeta Turnu Severin
Drobeta Turnu Severin
Drobeta Turnu Severin
Markthalle - Drobeta Turnu Severin
Markthalle in Drobeta Turnu Severin
Um die Markthalle gab es noch viele Stände mit Früchten aus Gärten ...
Drobeta Turnu Severin
Drobeta Turnu Severin
Drobeta Turnu Severin
Drobeta Turnu Severin

weiter auf der Route - Donau bis Calafat