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Donau / Delta bis Sulina, Donaudelta

Von Tulcea auf dem Sulina-Arm nach Sulina strömte es noch immer mit 2,5 Knoten. ‘Die Donau hat ihre Kraft im Delta verloren’, ‘kraftlos fließt die Donau im Delta’, ‘kaum merkliche Strömung’, ... dies können wir nicht bestätigen. Es ist zwar deutlich weniger Strömung, aber knapp 5 km/h Strömung ist doch nicht kraftlos dahinfließend! Mag dies auch am Wasserstand liegen, denn wir hatten stets 1-3 Meter über RNW auf unserer Donautour.
Der Sulina-Arm gefiel uns so gar nicht. Schnurgerade und die Ufer oft stark befestigt, wird er noch immer stark ausgebaut. Abweichend vom Sulina-Arm stellten wir nun erst mal den Mast. Wir hätten diesen schon hunderte Kilometer eher stellen können, hatten aber den schöneren Sfantu-Gheorg-Arm mit unbezeichnet hohen Stromleitungen im Kopf. Da wir nur Gegenwind bzw. keinen Wind hatten, steht der Mast jetzt noch immer rechtzeitig.
Im Delta begegneten wir sehr vielen Kleinbooten, Schnellfähren und Ausflugsbooten. Mit den kleinen Booten wird alles transportiert. Nicht nur der Einkauf von Lebensmitteln in Tulcea, sondern auch Baumaterial, wie zB Zäune, Zementsäcke und Holzlatten wurden per Kleinboot durchs Delta transportiert. Straßen gibt es ja auch nicht so viele ;-)
Anfangs im Sulina-Arm standen noch recht viele Bäume, teils auch im Wasser. Diese weite flache Baumlandschaft änderte sich etwa ab Meile 12 bei Crisan. Jetzt sahen wir nur noch Schilfflächen. Diese Flächen waren nicht überschaubar.
In Sulina angekommen machten wir an der Hafenpromenade am Betonkai fest. Dort stand vor uns eine amerikanische Yacht. Diese kam aus der Ukraine, war von der Türkei zur Krim und nach Odessa. Er selbst sagte das er Glück hatte mit dem Einklarieren. Hat dies mit einem türkischen Agenten für nur 100,- Dollar hinbekommen. In der Ukraine Einklarieren sagte er kostet sonst 500,- Dollar. Behörden seien alle korrupt und sehr unfreundlich. Schicken z.B. einen Sicherheitsinspektor und der kontrolliert und beanstandet nach irgendwelchen Vorschriften. Dies geht über Rettungsmittel, Signalmittel, ... die in der Ukraine nicht zugelassen sind und demzufolge neue her müßten. Die Beanstandungen werden dann durch (seine bekannten) Firmen gegen Bares behoben. Vorher bekommt man keine Ausfahrtsgenehmigung. Für sein 10 Meter Boot hat er Hafenpreise von 30,- Dollar pro Tag bezahlt. Im Internet lasen wir ähnliches und schlimmer schon öfter, haben es aber immer nie so recht geglaubt. Da wir dies nun in Sulina, von einem Amerikaner berichtet bekamen welcher gerade von der Krim und Odessa kommt, steht unsere Richtung jetzt endgültig fest. Nach dem Blitzbesuch in Reni ist Odessa und die Krim nun vom Tisch und auf dem Schwarzen Meer geht es nach Süden. Nächster Stop ist in Constanta Port Tomis. Mir reicht der Behördenkram mit dem eigenen Boot schon in Rumänien, einem EU-Land!
In Sulina ging ich dann erst mal schnell zum Hafenkapitän, denn wir waren noch nicht angemeldet. Der Hafenkapitän wollte erst mal unseren Schein aus Tulcea, den hatten wir nicht, denn dort brauchten wir uns weder an noch abmelden. Er telefonierte mit Tulcea und es wurde ihm wohl bestätigt. Anschließend telefonierte er mit Turnu Severin, wo wir einklariert hatten und war zufrieden uns in Rumäniens Behördendickicht gefunden zu haben. Ein paar Formulare weiter und der Hafenkapitän meinte es sei alles in Ordnung und wir liegen am Kai gut. Zurück am Liegeplatz kam mal wieder ein jemand zu unserem Boot und wollte uns verscheuchen. Nicht schon wieder Liegeplatzprobleme! Er sagte es kommt ein sehr großes Schiff und dies will hier zum Einklarieren für 2 Stunden anlegen. Dort hatten wir nichts gegen, aber einen anderen Liegeplatz am Donauufer in Sulina konnte er uns nicht nennen. Wir sollten ans gegenüberliegende Ufer. Dort steht neben ein paar Ruinen, rein nichts. Was sollten wir dort anfangen. Nun gut das kleine Schlauchboot auspacken und übersetzen wäre gegangen, aber muss das jetzt sein? Zwei Stunden ist auch nicht die Welt, nur irgendwie glaubten wir daran nicht. Wir weigerten uns und ließen ihn erst mal stehen. Er meinte zwar er sei Hafenchef aber einen Ausweis zeigte er nicht und stand in Zivil dort. Er ging auch wieder. Ich noch mal zum Büro des Hafenkapitäns. Dieser telefonierte und stritt mächtig am Telefon bis er den Hörer letztlich aufknallte und zu mir ganz ruhig meinte: er sei der Hafenkapitän und wir liegen dort richtig und gut. Wenig später kam nun der jemand mit der Polizei. Ich weigerte mich erneut und lud sie alle ins Büro des Hafenkapitäns ein. Wir alle zum Hafenkapitän. Dort entbrannte ein tüchtiger Streit von dem nur ich wenig verstehen konnte. Es ging um ein 80 Meter Schiff welches, nicht angemeldet, keinen Liegeplatz findet. Der Hafenkapitän meinte dieses Schiff könne zum Einklarieren am anderen Ufer anlegen und die Behörden kämen mit Boot rüber. Der jemand meinte er sei Port-Chef und wir müßten rüber, ebenso der Amerikaner und ein Rumäne. Letztlich wurde mit der Stadt, welcher wohl der Hafen gehört telefoniert. Der Hafenkapitän entschuldigte sich bei mir, sprach von einer Ausnahmesituation mit dem 80m Frachtschiff, er könne nichts machen und wir müßten weg. An die 2h Verweildauer des Frachtschiffes glaube er auch nicht. Ich sagte ihm er möge dann sofort die Papiere für unsere Abfahrt fertig machen und sofern Sulina keine Gäste möchte, fahren wir sofort nach Constanta.
Sichtlich geschockt schimpfte er eine Weile mit dem jemand. Dieser verließ das Büro und deutete mir ich möge mitkommen. Er telefonierte und es dauerte ein wenig da kamen Fischer und schleppten eine alte Schnellfähre vom Sulina-Ufer ans andere Ufer. Wir konnten jetzt plötzlich hier liegen, ebenso der Rumäne. Der Amerikaner war nicht mehr an Bord und das Frachtschiff kam und machte dicht hinter ihm fest. Ich ging dann nochmals zum Hafenkapitän und bedankte mich. Er sagte er sei Hafenkapitän aber wir sind hier in Rumänien!
Das 80m Frachtschiff blieb übrigens keine 2 Stunden sondern bis zum kommenden Tag.
In Sulina ist neben der gepflasterten Hafenmeile (lt. EU-Schildern gefördert) nichts großartiges zu entdecken. Schön sind die von Sulina aus angebotenen Deltafahrten. Es geht mit kleinen Booten in die verschiedensten engen Seitenarme und Verzweigungen des Donaudeltas.
Auf der Donau interessierten wir uns nur beiläufig fürs Wetter. Jetzt sollte es aber aufs Schwarze Meer gehen. Der Wetterbericht meldete für den kommenden Tag bis 20 Knoten Wind von Nord, 1 Tag Windstille und 3 Tage Südwind. Nur der Nordwind, wenn auch für den ersten Schwarzmeertag ein wenig viel, passte. Sonst wenigstens weitere 5 Tage in Sulina? Auch keine gute Aussicht, also zum Hafenkapitän und für morgen 5.00 Uhr unsere Abfahrt angemeldet. Dieser meinte: mein Freund ich habe in 20 Minuten Dienstende und ich möge früh um 5.00 Uhr zu seinem Kollegen kommen. Ich bat ihn dies doch schnell zu erledigen, denn morgen um 5.00 Uhr wollten wir schon los und können keine mehrstündige Verzögerung gebrauchen, da der Weg bis Constanta weit sei, wir mit dem kleinen Boot langsam sind und ich ungerne in Rumänien in einen kleinen laut Karte unbefeuerten Sportboothafen einlaufe. Er schaffte es und alle Papiere waren in rekordverdächtiger Zeit fertig. Mit Zoll und Grenzpolizei telefonierte er nur und laut Rückruf könnten wir ohne Kontrolle auslaufen. Spät am Abend dann doch noch Besuch vom Zoll. Ein Formular und 3x mit dem Schiffsstempel stempeln und wir können morgen früh zeitig los.

Donaudelta
Sulina Kanal durchs Donaudelta
Delta
Die untere Zaunfarbe deutet auf das immer mal wieder vorkommende Hochwasser im Delta
Donaudelta
Donaudelta
Sulina Arm durchs Delta
Der Sulina-Arm wird noch weiter ausgebaut
Donaudelta
Donaudelta am Ankerplatz
Donaudelta
Auf der Suche nach Pelikanen im Delta, grinst uns plötzlich eine Kuh an. Zum Glück hatten wir an den Vortagen reichlich Pelikane gesehen.
Donaudelta
Donaudelta
Sulina
am Kai in Sulina
Sulina
An dieses gegenüber liegende Ufer wollte man uns schicken.
Sulina
Sulina
Sulina
Sulina nicht gesehen zu haben ist nicht weiter schlimm. Die Straßen sind fast alle staubig. Dem Taxi fehlt ein Rad, ...
Donaupromenade Sulina
Die Donaupromenade in Sulina ist in Ordnung.

weiter auf der Route - Schwarzes Meer bis Constanta