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Donau bis Zimnicea

Am Vortag war ja in Calafat kein Platz zum Anlegen. Wir legten am zweiten Ponton am Polizeiboot im Päckchen an, fragten den Hafenkommandanten und durften bleiben.
Am kommenden Morgen wurden wir um 6.30 Uhr von starken Schraubengeräuschen wach. Diese mussten ganz in der Nähe sein. Hoch und nachgesehen was da los ist. An dem größeren Ponton vor uns legte die LKW-Fähre an. Diese legte aber nicht etwa mittig an, sondern mit dem Bug an das eine Pontonende, dort festgemacht und eingedampft. Fast mittig erwischte die Fähre das andere Pontonende und stand bis zu unserer Schiffsmitte über. Zunächst etwa 2 Meter Abstand zu unserer Backbordseite. Ich wies darauf hin das dies nicht gut gehen könne, denn der durchs Eindampfen sicher gegen den Strom geschobenen Ponton kommt mit der Fähre im Strom bestimmt zurück, dabei entsteht ein Hebel und 2 Meter Abstand ist dann nicht viel. Ich wiederholte mehrfach das Pontons im Strom sich bewegen/arbeiten. Die Fähre möge doch bitte ein paar Meter weiter vor am Ponton anlegen. Verständigung war nicht das Problem, denn Ponton klingt und spricht man hier nicht viel anders und die Zeichen hin und her kapiert jeder. Aber auch das Englisch kapierte der eine Mann auf der Fähre, letztlich fährt er täglich internationale LKW und PKW über die Donau, denn hier setzt eine Europastraße über. Letztlich wurde alles abgetan denn der Ponton hat schon immer gehalten. Als ich das hörte und sah, machten wir uns fertig zum sofortigen Ablegen. Es wurde aber noch diskutiert und ehe wir recht sehen konnten machte ein Berufsschiff noch an der Fähre fest. Motor aus, Schub raus und es kam wie es kommen mußte. Berufschiff an der Fähre, Fähre am recht kleinen Ponton mit Überstand und das Fährheck endete neben uns in 2 Meter Abstand. Wir an einem eigenen Ponton am Polizeiboot. Wir konnten die Leinen gar nicht so schnell loswerfen denn es war gegen den Schwell der Berufsschiffahrt alles vernünftig fest und den Motor starten, da gab der erste Ponton mit Fähre und Berufsschiff in der Strömung auch schon etwas nach. Die Fähre hatte nur noch wenig Abstand und quetschte uns letztlich ein. Unsere großen Fender waren zum Glück auch auf der Außenseite. Da saßen wir nun und erhielten den Druck welcher der erste Ponton nicht mehr hielt. Die Fender quietschten. Wir hatten zwar inzwischen die Leinen los und den Motor an, aber saßen fest. Ich schrie die Fährleute an sie mögen Gas geben damit der Druck geringer werde. Dies kapierten diese jedoch einfach nicht oder wollten es nicht und versuchten statt dessen zu dritt ihre Fähre samt anhängendem Berufsschiff von uns wegzudrücken. Wenn das Berufsschiffer sind? In der Strömung eine große Fähre und ein im Päckchen liegendes Berufsschiff per Hand abzudrücken? Letztlich gab ich Vollgas zurück. Fenderquietschen, wir kamen frei und wie durch ein Wunder hatten wir keine Berührung ohne Fender dazwischen. Fähre samt Berufsschiff bewegten sich, nachdem wir dazwischen raus waren, in Richtung Polizeiboot und erst jetzt sprangen die Fährleute auf und begannen hektisch zu werden. Uns war dies jetzt allerdings auch egal, wir untersuchten unsere Tongji und stellten tatsächlich keinen Kratzer fest.
Mitunter wurden unsere großen Fender 90 x 30 cm schon belächelt. Hier retteten sie uns vor Schaden. In manch einem Hafen im Baltikum oder jetzt 2010 in den unteren Donauländern sind die Anleger nichts für Sportboote. Ebenso in den Berufsschifffahrtsschleusen von Main und Main-Donau-Kanal taten sie uns gute Dienste. Sicher reichen unsere kleineren Fender in den meisten Ostseehäfen allemal.
So früh waren wir nun wieder auf der Donau. Diese ist jetzt oft mehrere Kilometer breit. Inseln und Sandbänke zu hauf. Das Fahrwasser teils nicht betonnt. Teils alle zig Kilometer eine Tonne oder eine Tonne in der Karte und in der Natur fehlt diese. Die Kilometer-Schilder am Ufer fehlen ebenfalls oft oder sind eingewachsen.
Einmal sehen wir laut Karte eine Insel in der Donau mit dem Kommentar versehen: auf Betonnung achten, auf welcher Inselseite das Fahrwasser aktuell vorbei führt. Nur in der Donau lag eben gar keine Tonne. Als es dann auf der einen Inselseite flacher wurde (für uns zwar noch i.O.) war klar hier war das Fahrwasser wohl nicht. Schnell war umgedreht und es auf der anderen Inselseite versucht. Wir kamen mit reichlich Wassertiefe um die Insel. Hinter der Insel sahen wir dann auch eine Tonne und wußten im Nachhinein das wir zu recht umgedreht waren.
Unser Anker fällt bei km 692 in einem kleinen Seitenarm bei 4 Meter Wassertiefe (3m über RNW). Am nächsten Morgen haben wir noch knapp 3,50 Meter Wassertiefe.
Wir passieren Stellen (gut betonnt) welche bei RNW keine 2 Meter Fahrrinnentiefe haben! Zum Glück haben wir reichlich Wasserstand auf der Donau. Dafür sehen wir aber recht selten in der Karte vermerkte trockene Sandbänke.Diese liegen bei unserem Wasserstand sicher knapp unter Wasser.
Am Ufer in Bulgarien sehen wir regelmäßig besetzte Wachtürme. Ständig schauen sie mit dem Fernglas zu uns, Polizeiboote kommen näher und machen Fotos. Wir kommen uns nicht vor wie auf einem Fluss zwischen 2 EU-Ländern. Mag dies Aufpassen noch eine alte Angewohnheit sein, die sich schwer ablegen läßt.
Bis Turnu Magurele haben wir noch mehrmals geankert aber in erster Linie sind wir Kilometer gefahren. An der Stadt Turnu Magurele sind wir dann auch noch vorbeigefahren. Sah es doch mit den maroden Industrieanlagen, Abbruchgebäuden, ... grünlicher, gelber und brauner Qualm aus den Schornsteinen, alles andere als einladend aus.
Viele Teilstrecken fuhren wir auch mit dem kleinen Elektromotor. Selbst den ließen wir nur mit halber Leistung laufen, denn es ging ja nur darum etwas Fahrt durchs Wasser zu machen damit Pinnendruck vorhanden ist. Den Rest erledigte die Strömung von immer noch 2,5 bis 4 Knoten.
In Zimnicea legten wir dann nach nunmehr 250 km ohne Anleger an. Dort kam jedoch gleich ein Offizieller und erklärte das hier eine kleine Fähre kommt und in Zimnicea kein Platz für uns sei.
Also noch mal weiter.

Wetter: seit Tagen wieder 38 Grad am Tage (davor auch mal 35 Grad)
Wetteraussichten für die nächsten 7 Tage: 32- 38 Grad

Vidin
Vidin
Donau
Die Donau ist jetzt sehr breit. Mit Inseln und Sandbänken passt sie nicht mehr recht auf’s Bild.
Donau
Mit dem Pferdewagen wird Holz geholt
Donau - Betonnung
Die Donau - Betonnung ist oft dürftig. Diese grüne Tonne ist vertrieben und liegt am rechten Ufer (grün gehört ans andere Ufer)
Turnu Magurele
Turnu Magurele
Nikopol
Nikopol (Bulgarien)
Donau
Dies ist nicht die Kreideküste von Rügen sondern die Donau bei km 595 (rechtes Ufer hinter Nikopol)

weiter auf der Route - Donau bis Giurgiu, Oltenita, Calarasi