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Donau bis Hirsova (Hârşova)

Mal abgesehen von den Schleifen fließt die Donau jetzt nach Norden.
Am rechten Ufer haben wir immer wieder die weite Steppe der Dobrudscha.
In Hirsova angekommen ging es weiter mit dem Anlegerproblem. Diesmal stand am Anleger gleich ein Schild das wir 1000 Meter weit nicht anlegen dürfen. Nun an diesem Ponton machten wir auch nicht fest. Uns sah Konstantin, der Kapitän der 'Danube Express', einem alten Berufsschiff. An seinem Schiff durften wir kostenlos festmachen.
Zunächst dachten wir noch wann er wohl wieder ablegen möge, aber er erklärte uns das er schon seit 5 Jahren hier liegt.
Konstantin holte erst mal einen Selbstgebrannten zur Begrüßung. Immerhin ging nicht die Flasche reium. Er hatte ein Glas und dies wurde weitergereicht. Er erzählte das seine Maschine defekt sei und als er erfuhr das wir aus der Ex-DDR sind, mußten wir in den Maschinenraum. Da stand der riesige Diesel mit dem Typenschild 'Karl Liebknecht' hergestellt in Magdeburg im Jahre 1975. Er meinte das 'Erich' keine Ersatzteile hinterlassen hat.
Später gesellten sich immer mehr Angler hinzu. Eingeladen zum Abendessen gab es eingelegten Fisch mit Tomaten und Weizenbrot. Dies wurde nicht etwa abgeschnitten sondern jeder riss sich ein Stück ab. Inzwischen hatte Konstantin ein paar mehr Gläser holen lassen. Diese, wie das andere Geschirr mit dem Wasser aus dem Hahn abgewaschen, fragte ich gleich ob ich hier Trinkwasser bekommen konnte. Nein war die Antwort, dieses Wasser käme hier direkt aus der Donau, aber eben schon mal aus dem Hahn. Abgetrocknet wurde natürlich nichts und wir schütteten vorsichtig die letzten Tropfen Donauwasser aus dem Glas. Sicher wurde auch der Fisch mit Donauwasser (und Zutaten) eingelegt. Hoffentlich macht das unser Magen mit?
Als wir von dem Selbstgebrannten keinen mehr trinken wollten, schickte Konstantin einen Angler (arbeitet bei der Donaupolizei) nach Hirsova rein. Er brachte gekühltes Bier und meinte das jeder Deutsche Bier trinke. Dies mussten wir auch richtig stellen aber nahmen ihm ein Bier ab.
Einer der Angler war Chefmechaniker und fuhr mit Hochseeschiffen weltweit. Er ließ sein Seemansbuch und Patente durch seine Frau extra bringen. Einträge aus der ganzen Welt zeigte er uns mit sichtbarem Stolz.
Alles in allem konnten sie 5 Worte deutsch. Wir lernten 5 Worte rumänisch, dazu hatten wir noch ein paar Worte Schulrussisch parat, wir konnten denglisch (deutsch/englisch) und sie sprachen auch ein paar Worte englisch. Der Rest per Zeichen und die Verständigung klappte prima. Inzwischen tobte ein kräftiges Gewitter über uns und zumindest mit den Zeichen wurde die Verständigung durch den Stromausfall erschwert.
Auf die Anlegersituation in Rumänien angesprochen schämten sie sich fast, Gäste seien herzlichst willkommen aber der Staat vergraule die paar die kommen auch noch. Dies können wir nur bestätigen. Wir wurden stets von Polizei, Hafenamt, ... korrekt behandelt, nur irgendwelche Vorschiften scheinen es ihnen zu verbieten ein Sportboot anlegen zu lassen. Privat waren alle Menschen sehr nett und hilfsbereit. Konstantin bezeichnete Rumänien als Afrika von Europa und allesamt gehören zur dritten Welt.
Dies wollten wir so nicht stehen lassen, hatten wir doch schon moderne schöne Orte in Rumänien gesehen. Er blieb dabei und am nächsten Tag in Hirsova wußten wir was er meinte.
Die eine Zentrumsstraße ist in Ordnung. Drumrum Neubauten an denen wahrscheinlich seit Entstehung im tiefsten Sozialismus nichts gemacht war. Noch weiter im alten Dorf Hirsova sah man Sandwege, Hütten / alte Katen, und jede Menge Schmutz. Dazwischen die schöne Lipowanerkirche. An den Wegen lauerten wie in Cernavoda ganze Rudel von Hunden. All dies aber voller Menschen. So viel Leben und fröhliche Kinder gibt es in unseren Dörfern nicht!
Von all dem (teils schon Elend) haben wir kein Foto gemacht.
Was wir nicht verstanden warum so viel Unrat auf den Wegen liegen muss. Selbst von ihren Melonen lassen sie die Schalen einfach auf der Straße liegen?
Wenn auch kein Trinkwasser für unseren Tank, haben wir doch wieder eingekauft. In der neueren Stadt fanden wir eine ganz ordentliche Kaufhalle. Das Obst vom Markt sieht sehr gut aus und die sonnengereiften, natürlich gewachsenen Tomaten aus Omas Garten hinterm Haus schmecken weit besser als die aus Holland oder auch deutschen Gärten.
Ein Gefühl der Unsicherheit hatten wir nicht.
Die meist gestellte Frage von Kapitän Konstantin war 'nix Problemo'. Diesel wollte er holen lassen und ein Auto zum einkaufen bestellen. Als wir zu Fuß in die Stadt wollten versicherte er uns mehrfach das nichts an unserem Schiff wegkomme. Er sei da und achte auf alles.
Nun war Hirsova und der alte Dorfteil sicher keine Touristengegend, wir aber waren froh auch dies Rumänien mit einfachen Rumänen erlebt zu haben. Obwohl wir erschrocken sind wie es teils aussieht. Dies ist EU-Land! Die EU begrüßen sie allesamt und zurück nach Ceausescu will keiner.

Donau
Donau km 285
Dobrudscha
Das rechte Ufer der Donau - die Dobrudscha - kaum ein Baum, Gras / Steppe. Die Donau fließt jetzt nach Norden um die Dobrudscha
Ghindaresti
Ghindaresti an der Donau
offizieller Ponton in Hirsova
Am offiziellen Ponton in Hirsova hatte man schon ein Schild, das man hier 1000m weit nicht anlegen darf.
Hirsova - Lipowanerkirche
Lipowanerkirche in Hirsova
Roma Haus
prächtiges Roma Haus in Hirsova (großes Bild)
Hirsova
Im Zentrum von Hirsova

weiter auf der Route - Donau bis Braila