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Segelyacht Tongji
© Rainer Ocker

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Donau bis Apatin

In Mohacs ging’s früh zur Grenzstation. Etwa ein Kilometer gegen den Strom zurück.
Am Empfang erhielt ich einen Laufpasszettel. Mit dem durfte ich zur Polizei, zum Zoll, zur Wasserschutzpolizei und zum Doktor. Gott sei dank war dies entgegen der Vorjahre jetzt alles in einem Gebäude. Überall wurden so ziemlich die selben Daten aufgenommen. Ausnahmen waren z.B.: die Polizei wollte als Reiseziel Schwarzes Meer, als ich dies beim Zoll auch hinschrieb protestierte dieser und meinte dort müsse der nächste Einklarierungshafen Bezdan rein. Ich tat ihm den Gefallen. Da der Doktor nicht anwesend war, übernahm die Dame am Empfang die Aufgabe und füllte mit mir das Formular aus.
Abschließend noch eine Bootsinspektion von Polizei, Zoll und Wasserschutzpolizei von aussen. Nach dem Hinweis nirgendwo mehr anhalten zu dürfen, hieß es gute Weiterreise. Eine Stunde hatte das Prozedere mit den vielen Formularen gedauert und ich hatte so die Gedanken das es wie zu Zeiten des Sozialismus seie. Warum so viele Zettel für eine Ausreise von EU-Bürgern aus dem EU-Land Ungarn?
Bis nach Bezdan in Serbien ging es nun ohne Halt. Dort angekommen ging das Prozedere von neuem los.
Anlegen im Strom und auf die Pirsch. Letztlich fand ich eine Baustelle. Dort hinein, nichts als Baumaterial und Arbeiter. Zum Glück lief mir Aleks... von Yu-Agent (eine Firma welche nur für Frachtschiffe die Grenzformalitäten erledigt) über den Weg. Dieser brachte mich im Baustellenhaus zum Hafenkapitän. Dieser wollte viele Daten und Formulare und meinte das er uns das benötigte “Permit of Navigation” für die serbische Donau ausstelle. Dies jedoch 55,- Euro kostet. Das wußten wir bereits Aufgrund vorheriger Recherche, doch zu unserem Erstaunen erklärte er das er die 55,- nicht entgegennehmen dürfe. Ich sollte in den Ort zur Bank gehen, das Geld dort einzahlen und ihm dann den Einzahlbeleg bringen. Das war mir dann doch ein wenig zu viel und ich suchte mir noch mal Aleks... von Yu-Agent. Dieser meinte das er es per PC erledigt und ich gab ihm die 55,- Euro für das “Permit of Navigation”. Wir gingen beide zum Hafenkapitän und dieser war jetzt zufrieden und meinte das ich noch etwas auf dem Schiff warten solle. Es kommt noch Zoll und Polizei zum Schiff und schließlich er selbst und bringt uns dann den ersehnten Schriebs. Inzwischen fing es an zu regnen und wir stellten Überlegungen an wann der Regen aufhören möge um den Zeitpunkt des Erscheinens der Herren genauer zu definieren. Letztlich kam im Regen nur der Hafenkapitän, überbrachte uns das “Permit of Navigation” für Serbien und wünschte gute Weiterfahrt. Vier Seiten voller Text hielten wir da nun in den Händen und konnten bis auf unsere Daten darin kein Wort entziffern (wenigstens eine englische Übersetzung wäre nicht schlecht gewesen). Mit diesem Dokument durften wir jetzt auf Serbiens Donauabschnitt und sollen uns in jedem Ort bei der örtlichen Polizei damit melden. Diese nimmt den Schriebs in Verwahrung und bei Weiterfahrt dürfen wir uns diesen wiederholen. Wir wälzten schon mal die Orte und das Internet nach Stadtplänen ab. Das waren in einigen Orten ein paar Kilometer vom Hafen zur Polizei?
Nach einem nochmaligen Gang zu Aleks... von Yu-Agent und der Frage was er für seine Hilfe bekomme, sagte dieser das dies für Privatyachten umsonst sei. Zurück am Boot, stand da aber schon ein zweiter Mann von Yu-Agent und meinte das wir noch 10,- Euro Anlegegebühr zu zahlen hätten. Da wurde doch tatsächlich für 75 Minuten Anlegen am Zollanleger von Yu-Agent eine Gebühr von 10,- mit ordentlicher Quittung genommen. Nun gut der hilfsbereite Aleks... hatte die Gebühr allemal für die Firma verdient.
Vom Zollanleger bis zum nächsten serbischen Hafen Apatin schipperten wir nun wahrlich erleichtert. Hafenmeister Mihael in Apatin spricht gut deutsch und meinte das mit der An- und Abmeldung in jedem Ort bei der Polizei sollen wir mal vergessen. Falls wir kontrolliert werden ist das “Permit of Navigation” wichtig. Nun wir wollen es hoffen und ließen das mit der An- und Abmeldung gleich in Apatin bleiben, obwohl die Polizei gleich neben dem Hafen sitzt.

der neue Grenzanleger Mohacs
Der neue Grenzanleger in Mohacs (Ausklarieren aus Ungarn)

Grenzanleger Bezdan
Grenzanleger von Yu-Agent in Bezdan

Apatin
Man könnte glauben wir sind inzwischen im Orient. Doch wir haben noch 1402 km zum
Schwarzen Meer vor uns und kommen gerade in Apatin (Serbien) an.

Apatin
Apatin - kein Park, sondern die Straße im Zentrum

Apatin
Römisch-katholische Kirche Jungfrau Maria in Apatin

Apatin

Wochenmarkt Apatin
Wochenmarkt in Apatin

weiter auf der Route - Donau bis Bačka Palanka

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