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Segelyacht Tongji
© Rainer Ocker

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Frachtschiff 120 Meter neben unserem Ankerplatz aufgelaufen

Morgens gegen 5.00 Uhr werden wir am Ankerplatz in der Bucht Sivrice Koyu von einem eigenartigen Grollen in der Nähe wach. Dann ganz in der Nähe starke Motorengeräusche. Das war zu laut für einen Fischer hier in der Bucht! Raus und siehe da ein großes Frachtschiff ratterte neben uns. Er war viel zu dicht an Land! Was machte der Frachter dort? Alle Systeme an Bord eingeschaltet und bereit zum Anker aufholen. Wenn der Frachter dreht? Kann er das überhaupt noch so dicht an Land? Fragen über Fragen. Auf jeden Fall waren wir jetzt bereit hier zu verschwinden. Wie sich kurze Zeit später rausstellte war dies nicht mehr nötig.
Laut AIS stand die Sailqueen, so hieß das Frachtschiff, knapp 120 Meter von uns bei 3 Meter Wassertiefe! Kurze Zeit später lautete die AIS-Meldung “constrained by draught” und es wurden 3 schwarze Bälle gesetzt. Da war doch tatsächlich in unserer so schönen Ankerbucht ein 113 Meter langer Frachter, keine 120 Meter neben unserer ankernden Tongji, auf Grund gedampft.
Nachdem es heller wurde sahen wir auch die leichte Schräglage des bulgarischen Frachters. Neben der türkische Gastlandflagge war die gelbe Quarantäneflagge gesetzt. An Land standen inzwischen Fahrzeuge der Polizei. Fischer begutachten die Lage des Frachters. Um 8.00 Uhr kam dann ein Boot der Küstenwache.
Wie das passieren konnte? Unser Ankerlicht hat er übersehen? Die gesamte Landzunge der Bucht ist mit Straßenlampen erleuchtet! Das Leuchtfeuer am Ende der Landzunge funktionierte! Sein GPS ausgefallen?
Keine 120 Meter weiter und wir hätten dran glauben müssen. Drüber nachdenken dürfen wir gar nicht.


Aufgelaufen an unserem Ankerplatz


Gestrandet in Sivrice Koyu

Nachtrag: Wie wir später erfuhren hatte der Frachter Grundberührung, ist Leck geschlagen und ist absichtlich danach in unserer Ankerbucht auf Grund gelaufen. So wurde das Sinken vermieden.
 

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